Aktuelles
Christuskirche_Logo_invert0202
Schriftzug_s206

  
                                
Gedanken zur Jahreslosung 2013

Liebe Leserinnen und Leser,

„Wir haben hier keine bleibende Stadt,
   sondern die zukünftige suchen wir.“
(Hebräer 13,14)

Letztens habe ich meine Eltern gefragt, wo für sie ihre Heimat ist.

Mein Vater wurde in Bad Freienwalde in Berlin geboren, meine Mutter in Schlesien.
Durch den zweiten Weltkrieg, Gefangenschaft und Flucht haben sie ihre ursprüngliche Heimat verloren.
Hier in Schwaben haben Sie wieder bei Null angefangen und eine neue Heimat gefunden.

So sagte auch mein Vater, er habe zwei Heimaten, einmal dort, wo er geboren wurde und die Jahre der Kindheit
und Jugend verbrachte, und nun hier in Bayern, wo wir Kinder geboren wurden und sie ein Haus gebaut haben.

Zwei Heimaten, geht das? Wenn ich meine Oma, als sie noch lebte, gefragt habe, wo ist deine Heimat;
dann war für sie die Antwort klar – in Schlesien. Sie hat viel erzählt von ihrem Leben in der Heimat,
und es klang immer sehr viel Liebe und Sehnsucht mit, auch wenn sie hier alle ihre Lieben um sich hatte.

Heimat ist für mich da, wo ich mich daheim fühle, wo ich daheim bin.
Dieses Gefühl hängt natürlich in erster Linie von den Menschen ab, die mich umgeben.
Der deutsche Philosoph Karl Jaspers hat gesagt: „Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde.“

Das ist wohl richtig.
Für mich hat das Heimatgefühl aber auch mit dem Ort zu tun. Ich habe ja etliche Jahre in anderen Städten gelebt,
aber immer wenn ich zu Besuch nach Memmingen kam und das Ortsschild vorne am Kreisverkehr passiert habe,
bekam ich diese Gewissheit – ja, hier bin ich daheim.

Und in den 7 ½ Jahren, die wir nun schon wieder in Memmingen leben, genieße ich es immer wieder die vertrauten Wege zu gehen,
Gebäude zu sehen, die auch schon vor 50 Jahren da standen, meinen Weg zur Kirche, zum Gemeindehaus.
Dies alles ist mir so vertraut.

Heimat ist aber mehr als ein Ort, in dem wir die Kindheit verbracht haben. Heimat ist ein Ort der
Sehnsucht nach Unversehrtheit und Geborgenheit. An diesem Ort weiß ich: Hier gehöre ich hin. Hier will ich bleiben.

Und wenn wir das Gefühl haben diesen Ort gefunden zu haben, dann richten wir uns an diesem auch schön ein.

Wir verankern uns, und es soll so bleiben wie es ist.

Wir hängen mit unserem Herzen an den Menschen, die uns wichtig sind, die wir lieben, und wir hängen an den Dingen, die uns wichtig sind, und wir tun alles dafür, dass wir sie behalten. Und nicht zuletzt hängen wir an unserem eigenen Leben.

 Nun, die Jahreslosung, die von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen für das Jahr 2013 festgelegt wurde, macht uns allerdings deutlich, dass nichts bleibt wie es ist.

Das Wort aus dem Hebräerbrief lautet:

Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Dieser Satz ist für mich beängstigend auf der einen Seite, tröstlich auf der anderen. Zum einen macht er natürlich
die Endlichkeit allen Seins deutlich.
Diejenigen von Ihnen, die schon einmal alles verloren haben durch die Schrecken des Krieges, wissen wie weh das tut.

Uns ist natürlich auch bewusst, dass weder wir noch unsere Lieben auf dieser Erde ewig leben werden.

Auch Jesus kannte dieses Gefühl des Verlorenseins. In der Bibel heisst es an einer Stelle.
Und der Menschensohn hat keinen Platz, wo er seinen Kopf hinbetten könnte.
Das heisst auch, die Menschen, die mit ihm lebten, haben ihn und seine Botschaft nicht verstanden.

Die Jahreslosung sagt aber auch, es gibt eine Zukunft.
Nun kann man sagen, dass diese eine Vertröstung auf das Jenseits ist.
Aber es ist doch unser Glaube und unsere Hoffnung als Christen, dass Gott für uns noch etwas bereit hat,
dass es auch nach unserem irdischen Leben noch eine Zukunft gibt.
Wir glauben das, weil er mit Jesus Mensch wurde und als solcher das Leben in dieser Welt erfahren hat,
mit all seinen Freuden und all seinen Leiden, und weil er den Tod überwunden hat.

Was bedeutet das für unser Leben hier und jetzt?
Der Schreiber des Hebräerbriefes hat den Empfängern des Briefes Lebenshilfe geben wollen,
nicht nur eine billige Vertröstung aufs Jenseits.
Wenn es euch im Leben auch schlecht geht, im ewigen Leben wird alles besser.

Nein, es soll uns auch hier auf Erden gut gehen. Dabei kann es helfen loslassen zu können, gut zu überlegen,
was ist wirklich wichtig. Es ist nicht der Besitz von etwas und der Einfluss, den wir haben.
Wichtig ist zu wissen, von wem wir unser Leben haben, wer es mit uns leben will und in wessen Hände
wir es letztendlich wieder zurückgeben.

Wir sind Gäste. Ich bin gerne Gast, denn das heißt: Ein anderer sorgt für mich. Ja, ich darf mich verwöhnen lassen.

Ein guter Gastgeber sagt zu seinem Gast: Fühl dich bei mir wie zu Hause.

Gott ist ein guter Gastgeber, und genau das sagt er zu jedem einzelnen von uns:
Komm zu mir, lass mich dir Gutes tun und sei bei mir daheim.
So sieht bei ihm die Gegenwart aus und die Zukunft. Amen.

So wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Jahr 2013Doris-Teicher_ 17_06_11_25105
 


  Ihre Doris Teicher                     JAHRESLOSUNG 13_18203
Ein Segenswort von Arno Pötzsch

Dein ist das Jahr, dein ist die Zeit.                                                     

Dein, Gott, ist alle Ewigkeit.

Dein ist die Welt, auch wir sind dein;

kann keins hier eines andern sein.

Dein ist der Tag und dein die Nacht,

Dein, was versäumt, dein , was vollbracht.

So gehn wir, Gott aus dem, was war,

getrost hinein ins neue Jahr,

ins Jahr, dem Du Dich neu verheisst,

Gott Vater, Sohn und Heil’ger Geist.
 

[Christuskirche] [Aktuelles] [Gottesdienste] [Gottesdienstplan] [Gottesdienst Angebote] [Das geistliche Wort] [Gruppen] [Leute] [Konfirmanden] [Service] [Unsere Kirche] [Kindergarten] [Gemeindebrief] [Fotogalerie] [Links] [Cont@ct] [Archiv]